Schröpfen

Das Schröpfen fördert die Durchblutung und wirkt lindernd auf Verspannungen und Schmerzen. Zudem werden der Energiefluss des Körpers und die Durchblutung angeregt, was wiederum die Selbstheilungskräfte aktiviert.
Wirkt der Unterdruck sehr stark auf die Haut ein, kann dies – ebenso wie das blutige Schröpfen – mit Schmerzen verbunden sein. Ein gewisses Infektionsrisiko besteht beim blutigen Schröpfen: Bei unsachgemäßer Anwendung kann es an den Stellen, an denen die Haut eingeritzt wurde, zu Infektionen kommen.
Die oben beschriebe Art wird als trockenes Schröpfen bezeichnet. Sie Saugwirkung aktiviert die Reflexzonen, wodurch auch die inneren Organe und Organsysteme, die diesen Reflexzonen zugeordnet sind, beeinflusst werden können. Meist werden die Schröpfgläser nach etwa 10 bis 15 Minuten wieder abgenommen.
Schonend schröpfen Das ist zu beachten

Sollten infolge des Schröpfens an den behandelten Hautarealen Bläschen erscheinen, ist es wichtig, diese nicht aufzustechen. Stattdessen sollten Sie die Bläschen für einige Tage verbinden und warten, bis diese ausgetrocknet sind und sich abgelöst haben.
Beim Schröpfen wird in den kleinen Gefäßen aus Glas oder Kunststoff ein Unterdruck erzeugt. Deshalb saugen sie sich am Körper fest - das fördert unter anderem die Durchblutung im Gewebe und gibt meist blaue Flecken. Schwimmer Michael Phelps macht es und einige andere Sportler ebenso: Sie lassen ihren Rücken schröpfen.16.04.2020

Schröpfen (lateinisch ventosatio) als lokales Blutsaugen ist ein traditionelles Therapieverfahren, bei dem auf einem begrenzten Hautareal ein Unterdruck aufgebracht wird. Es ist in der ganzen alten Welt von alters her bekannt.[1] Ein wissenschaftlicher Nachweis für eine medizinische Wirksamkeit des Schröpfens existiert nicht.[2] Das Schröpfen wird noch in der Alternativmedizin als ausleitendes Verfahren angewandt.[3]

Schröpfen

Das Schröpfen ist eine der ältesten bekannten Therapieverfahren und dient als ausleitendes Heilverfahren zur Entfernung von Giftstoffen aus dem Körper. Diese alternative Behandlungsmethode geht nachweislich bis auf das Jahr 3300 v. Chr. zurück. Als fester Bestandteil naturheilkundlicher Therapien kommt das Schröpfen heutzutage etwa zur Behandlung von Verspannungen, Verhärtungen oder bei Durchblutungsstörungen zur Anwendung.

So funktioniert Schröpfen

Schröpfen als Ausleitungstherapie

Ziel beim Schröpfen ist es, schädliche oder krankmachende Stoffe aus dem Körper zu entfernen. Dazu kommen kleine Gefäße aus Glas oder Kunststoff zum Einsatz. Diese werden auf dem Körper, meist auf Rücken, Bauch oder Beinen, platziert. In diesen sogenannten Schröpfgefäßen wird zuvor ein Unterdruck erzeugt, oftmals indem Watte oder Alkohol im Gefäß angezündet werden. Kühlt sich die zuvor im Gefäß erhitzte Luft wieder ab entsteht ein Vakuum. Eine andere Methode erzeugt mittels eines Gummiballs, der über das Gefäß gestülpt wird, den nötigen Unterdruck. An den behandelten Stellen können sich Blutergüsse bilden, dies ist jedoch therapeutisch so vorgesehen und daher Bestandteil der Behandlung.

Durch das Schröpfen werden die Reflexzonen am Rücken aktiviert, die in enger Beziehung zu inneren Organen stehen und auf diese einwirken. Durch den mechanischen Reiz des Schröpfkopfes wird die Durchblutung des Bindegewebes verstärkt und die Organtätigkeit der korrespondierenden Organe angeregt.

Die drei Schröpf-Methoden

Beim Schröpfen wird zwischen drei Verfahrensweisen unterschieden:

Das trockene Schröpfen

AusleitungsverfahrenDabei handelt es sich um die oben beschriebene Variante des Schröpfens. Die Schröpfköpfe werden zur Behandlung von “heißen” oder “Fülle”-Gelosen (Verhärtungen) auf die jeweilige Stelle gesetzt. Durch den zuvor ausgelösten Unterdruck wird der Blutfluss und die Lymphflüssigkeit angeregt und die lokale Durchblutung der Haut- und Muskelschichten gefördert. Das Schröpfgefäß kann dabei auf der Haut verweilen, bis es zu rot-bläulichen Blutergüssen (Hämatom) kommt.

Das blutige Schröpfen

Bei dieser Variante wird die Haut vor dem Aufsetzen der Schröpfgefäße leicht eingeritzt. So kann das im Gewebe vorhandene Blut austreten und Schadstoffe werden ausgeleitet. Um die Fliessfähigkeit zu erhöhen wird das Blut zudem verdünnt. Diese Methode dient zur Behandlung von sogenannten “leeren” oder “kalten” Gelosen (Verhärtungen). In Folge des Unterdrucks wird die Blutzirkulation in dem geschröpften Bereich verbessert und die Stoffwechselvorgänge angeregt.

Die Schröpfmassage

Bei der Schröpfmassage wird der zu behandelnde Körperteil mit Öl eingerieben und der Schröpfkopf anschließend über die Haut gezogen bis sie sich rötet. Durch diese Bindegewebsmassage können Verspannungen und Verkrampfungen gelöst werden. Die Schröpfmassage kann auch vorbereitend für die beiden anderen Schröpfverfahren angewendet werden.

Ablauf der Behandlung

Schröpfen AblaufNachdem der Patient eine entspannte Position eingenommen hat beginnt der Therapeut mit dem Aufsetzen der sechs bis zehn Schröpfgefäße auf die Haut. Die Schröpfköpfe verbleiben auf der Haut, bis sich diese rot oder bläulich verfärbt (trockenes Schröpfen) oder bis kleine Mengen Blut aus der Haut sickert (blutiges Schröpfen).

Eine Behandlung dauert fünfzehn bis dreißig Minuten. Dies hängt von der Erkrankung und der Reaktion des Patienten ab. Hingegen für einfache Beschwerden in der Regel zwei bis drei Behandlungen (jeweils eine Behandlung pro Woche) ausreichen, sind bei chronischen Beschwerden erfahrungsgemäß vier bis zehn Sitzungen erforderlich.

Schröpfen: Anwendungsgebiete

Als klassische Ausleitungstherapie kommt das Schröpfen bei verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen zum Einsatz. Hauptsächlich eignet es sich für Indikationen wie

  • muskuläre Verspannungen
  • Rückenschmerzen und rheumatische Beschwerden
  • Verdauungsbeschwerden
  • Migräne
  • Entzündliche Prozesse (z.B. entzündliche Lungenerkrankungen, Nervenentzündungen, chronische Mandelentzündung)

Weitere Anwendungsbereiche des Schröpfens:

  • Bandscheibenprobleme
  • Hexenschuss
  • Knieprobleme
  • KarpaltunnelsyndromSchröpfen in Braunschweig
  • Bluthochdruck
  • Ischias
  • Hypotonie
  • Müdigkeit
  • Depressionen
  • Schwächezustände
  • Fieber, Erkältung, Grippe

Unter bestimmten Voraussetzungen kommt das Schröpfen als Heilmethode nicht in Frage. Das gilt beispielsweise für Patienten mit Wundheilungsstörungen, bei der Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten oder bei Schwangeren.